Naturschutz

Der LV Saarwald-Verein e.V. setzt sich für den Erhalt der Vielfalt und Schönheit von Landschaft und Natur ein. Naturschutz und Landschaftspflege hatten innerhalb des Vereins schon immer einen hohen Stellenwert. Als anerkannter Naturschutzverband setzt sich der LV Saarwald-Verein in Stellungnahmen zu aktuellen Bauvorhaben und Planungen für die Belange des Natur- und Umweltschutzes ein.

Verhalten im Wald

Der Wald ist ein ganz besonderer Lebensraum. Viele Pflanzen und Tiere leben in unseren Wäldern, zahlreiche Menschen suchen hier Erholung und Ruhe. Falsches Verhalten im Wald aber kann die Natur unnötig beeinträchtigen. Für uns als Wanderer sollte eigentlich klar sein, wie man sich in der Natur richtig verhält. Vielleicht sind aber einiger Hinweise interessant und daher hier in Kürze zusammengestellt. Wir wollen als umweltbewusste Wanderer alles vermeiden was zu unnötigen Störungen und Beeinträchtigungen führen kann.

Grundsätzlich ist das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung erlaubt, auch abseits der Wege. Dies geschieht jedoch auf eigene Gefahr. Wir sollten aber dennoch möglichst nur die ausgewiesenen Waldwege benutzen. Ein Verlassen der Wege stört die im Dickicht lebenden Tiere, zerstört die empfindliche Krautschicht mit ihren vielen Kleinlebewesen und scheucht brütende Vögel sowie nachtaktive Tiere auf. So sollten wir z.B. Uferbereiche und Feuchtbiotope zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt nicht betreten. Uns steht doch ein gut markiertes Wanderwegenetz zur Verfügung, so dass es meist nicht erforderlich ist, die Wege und Pfade zu verlassen.
Bestimmte Flächen dürfen nicht betreten werden. Dazu zählen: Jungbaumbestände, sogenannte Kulturen oder Dickungen, eingezäunte Flächen, Flächen auf denen Bäume gefällt werden, Hochsitze sowie als gesperrt gekennzeichnete Wege und Flächen.

Je nach Jahreszeit gilt es, besondere Rücksichten zu nehmen. Im Frühling haben fast alle Wildtiere in den Revieren ihre Jungen auf die Welt gebracht. Vom kleinen Kitz über die niedlichen Fuchswelpen bis hin zum Fasan und dem Rebhuhn. Jeder Schritt in den Wiesen, Feldern und Wäldern ist jetzt ein Schritt in die Kinderstube des Wildes. Jetzt gilt es, möglichst auf den Wegen zu bleiben.

Ab Februar werfen auch die Bachen (weibl. Wildschweine) ihre Frischlinge. In den ersten Tagen nach der Geburt sind sie noch nicht zur Flucht fähig. Wer so eine Familie beim Querfeldein-Wandern aufscheucht, muss sehr aufpassen, eine Bache verteidigt ihre Jungen. Wildschweine haben eine natürliche Scheu vor Menschen. Daher sind Begegnungen sehr, sehr selten. Hören oder riechen sie uns von weitem, werden sie Abstand suchen, wir werden kaum welche sehen, oder sie übersehen!

Gehen Sie mit Ihrem Hund im Wald spazieren, wird dieser versuchen, seinen angeborenen Jagdinstinkten zu folgen, wenn er Waldtiere wittert. Gerade in der Brutzeit können freilaufende Hunde für viele Tiere im Wald zum Verhängnis werden.
Während der Brut- und Setzzeit vom 01. März bis 30. Juni dürfen nach § 33 des neuen Jagdgesetzes im Saarland nur noch Hunde, die zuverlässig im Bereich der Wege bleiben, unangeleint geführt werden. Praktisch bedeutet eine Leinenpflicht für die Mehrzahl aller Haushunde für diesen Zeitraum.

Sommerwetter erhöht die Brandgefahr in unseren Wäldern. Waldbrandwarnstufen können ausgerufen werden. Immer wieder entstehen durch Unachtsamkeit Waldbrände. Weggeworfene Flaschen oder Scherben stellten ebenso ein Risiko dar wie Lagerfeuer, Deshalb ist in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober das Rauchen im Wald untersagt. Offenes Feuer sowie Grillen im Wald außerhalb von ausgewiesenen Feuerstellen ist grundsätzlich verboten.

Der Herbst ist die Zeit der Stürme, Waldbesuche bei Sturm sollten aus Sicherheitsgründen unterbleiben.
Besonders im Winter ist es wichtig, die Tiere nicht unnötig aufzuscheuchen. Der unnötige Energieverbrauch kann die Tiere in Lebensgefahr bringen.

Grundsätzlich ist außerhalb von Schutzgebieten und gesperrten Flächen das Sammeln von Pilzen, Beeren, Blumen usw. erlaubt. Jedoch nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf und ohne die Pflanzen zu zerstören.
„Jeder darf …wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.“ §39 Abs. 3 BNatSchG

Die wunderschöne Küchenschelle z.B. darf aber nicht gepflückt oder gar ausgraben werden, denn nach der Bundesartenschutzverordnung gilt sie als besonders geschützte Art, in der aktuellen Roten Liste des Saarlandes wird sie als stark gefährdet gelistet.
Bäume sind Lebewesen und dürfen nicht beschädigt werden. Das Einschneiden der Rinde verletzt den Baum, Krankheitserreger und Baumschädlinge können eindringen und die unnötigen „Verewigungen“ können sogar zum Absterben führen.

Das Entsorgen von Müll in der Landschaft schadet der Natur und der Tierwelt und ist deshalb verboten. Es sollte selbstverständlich sein, die vorhandenen Abfalleimer zu nutzen oder unseren Müll wieder mit nach Hause nehmen.

Es ist, selbst für Jägern, verboten, Wildtiere zu füttern. Sie könnten ihre natürliche Scheu verlieren und so für den Menschen gefährlich werden.
Enten Schwäne und vorwitzige Kleinvögel. könnten an Botulismus (einer Vergiftung) erkranken. Der Erreger, Clostridium botulinum, bildet sich hauptsächlich in verdorbenen, alten Futtermitteln (Brot!), im Faulschlamm und in jenen Gewässern, die mit den Ausscheidungen der übermäßig gefütterten Wassertiere stark belastet sind. Bei Wassertemperaturen von über 20°C vermehrt er sich explosionsartig, daher sind Fütterungen im Sommer besonders gefährlich

Wir Wanderer sind zu Gast in der Natur, deshalb müssen wir darauf achten, dass die großen und kleinen Naturwunder am Wegesrand erhalten bleiben. Die Wälder sind wichtiger Lebensraum der Wildtiere und Wirtschaftsraum für die Förster und Waldbauern.

Elmar Bosch
Hauptnaturschutzwart
LV Saarwald-Verein e.V.