Naturschutz
Der LV Saarwald-Verein e.V. setzt sich für den Erhalt der Vielfalt und Schönheit von Landschaft und Natur ein. Naturschutz und Landschaftspflege hatten innerhalb des Vereins schon immer einen hohen Stellenwert. Als anerkannter Naturschutzverband setzt sich der LV Saarwald-Verein in Stellungnahmen zu aktuellen Bauvorhaben und Planungen für die Belange des Natur- und Umweltschutzes ein.
Die Zitterpappel, Baum des Jahres 2026
Die Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe oder Aspe genannt ist Baum des Jahres 2026. Sie ist eine der auffälligsten einheimischen Baumart, lebendig und ökologisch wertvoll, wächst in fast ganz Europa, weiten Teilen Asiens und sogar im nördlichen Afrika. Sie wurde gewählt, da sie eine wertvolle Pionierbaumart ist, widerstandsfähig im Klimawandel und von Bedeutung für die Artenvielfalt, sie besiedelt schnell neue Standorte besiedelt und bietet Lebensraum für zahlreiche Insekten und Vögel.
Die Espe hat rundliche Laubblätter mit einem relativ langen, abgeplatteten Blattstiel. Sie bewegen sich schon bei sehr geringem Wind charakteristisch, daher der Name Zitterpappel oder auch die Redewendung „zittern wie Espenlaub“. Die Blätter haben im Frühling und im Herbst eine ähnliche rotbraune Farbe, verfärben sich im weiteren Herbst leuchtend goldgelb. Das Laub verrottet leicht und hat damit einen wesentlichen Anteil an der Versorgung des Bodens mit Humus und Mineralstoffen.
Die Espe wächst 20 – 30 m hoch, in etwa 60 Jahren, ihr Höchstalter beträgt 100 Jahre. Der Stamm ist meist gerade und schlank, sie kann aber auch als Großstrauch wachsen und Dickicht bilden. Die graue Rinde bleibt lange glatt und gelblich-braun, später wird eine nicht sehr tiefrissige Borke gebildet. Die Gattung Pappeln gehört zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Weiden haben eine Rinde, die Salicylate enthält, also enthält auch die Rinde der Zitterpappel diesen Wirkstoff. Salicylsäure-Verbindungen wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.
Die Espe als Pioniergehölz toleriert nahezu alle Böden, besiedelt schnell also auch karge Böden und wächst auf Ödland und Schutthalden, z.B. nach Störungen wie Stürmen, Bränden oder Kahlschlägen, sie gedeiht in der Sonne bis in den Halbschatten. Sie legt primär eine Pfahlwurzel an und bildet später kräftige Hauptseitenwurzeln aus. Sie ist nicht nur fähig zum Stockausschlag sondern kann auch Wurzelbrut bilden, Triebe, die aus Knospen an den Wurzeln entstehen und zu neuen Pflanzen heranwachsen können, ein wichtiger Beitrag zur Wiederbewaldung, als Vorwaldbaumart. Die Art kann sich also gut an veränderte Bedingungen anpassen und ist widerstandsfähig. Dies ist durch die im Zuge des Klimawandels zu erwartenden zunehmenden Störungen der Wälder von großer Wichtigkeit
Da Espen sehr schnell wachsen haben sie ein sehr weiches Holz. Das eignet sich gut für den Bau von Nisthöhlen, weshalb Spechte sie gerne nutzen. In den Spechthöhlen können später andere Lebewesen wohnen, z.B. Meisen und Fledermäuse. Daneben bietet sie auch Nahrung und Lebensraum für viele Insekten, insbesondere für heimische Schmetterlinge (über 60 Arten) ist der Baum als Raupenpflanze sehr wichtig.
Espenholz ist ein leichtes, weiches, helles Laubholz mit homogener, astfreier Struktur, harzfrei und feuchtigkeitsbeständig. Es lässt sich dabei leicht bearbeiten, verleimen und nageln, hat aber eine geringe natürliche Dauerhaftigkeit und ist anfällig für Pilze und Insekten. Dennoch ist das Holz vielseitig einsetzbar, z.B. für Zündhölzer, Sperrholz, Holzwolle, Spanplatten, Papier und Pappe. Für die Forstwirtschaft ist die Espe jedoch eher interessant als Hoffnungsträger für zukünftige Mischwälder, die eine gestörte Fläche für andere, folgende Baumarten erschließbar macht, und sie sorgt für eine hohe Vielfalt von Arten in Waldgebieten.

Foto: Bildautor: R. Fenner, Quelle: Baum des Jahres
Einige weitere Beispiele zur Natur des Jahres 2026: Vogel: das Rebhuhn, Wildtier: der Rothirsch, Insekt: der Warzenbeißer (eine Heuschreckenart), Schmetterling: der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling und nicht zuletzt der Saarkohlewald als Waldgebiet des Jahres in Deutschland.
Elmar Bosch
Naturschutzwart im LV Saarwald-Verein e.V.
Frühling
Das Erwachen des Lebens kündigt sich bereits im späten Winter an. Ab Ende Januar konnte man abends schon die Balzrufe unserer heimischen Eulen erleben. Unsere häufigste Eule, der Waldkauz ist mit seinem „schaurigen“ Ruf fast überall zu hören. Ein besonderes Erlebnis ist es, den Uhu , der bei uns wieder heimisch geworden ist, rufen zu hören. An sonnigen klaren Tagen ab Ende März kommt das typische „Miau“ aus der Luft, es handelt sich um balzende Mäusebussarde, die im April mit der Brut beginnen und in ihrem Brutrevier schon mal Spaziergänger angreifen und vertreiben wollen. Wenn der Rotmilan ankommt, so heißt es auf dem Land, bringt er den Frühling mit. Dieser prächtige Greif, „Gabelweihe“, hat bei uns in Deutschland sein Hauptverbreitungsgebiet. Nur jetzt im Februar/März kann man den schnellen Jäger Habicht sehen, wenn er über seinem Horstplatz aufsteigt. Nicht so spektakulär wie im Herbst ist der Zug der Kraniche, die aus ihrem Winterlager im Süden zurückkehren. An sonnig warmen Tagen, die schon spürbar länger sind stimmen unsere Singvögel ihr Frühlingslied an. Die Schnepfe spielte bei den Jägern eine besondere Rolle, als erste nach der Schonzeit zu bejagende Art. Viele kennen den Spruch „Okuli da kommen sie“, Okuli ist der dritte Fastensonntag, die Sonntage im Kirchenjahr haben ihre Namen vom Anfang des Introitus der lateinischen Messe. „Quasi modo geniti“, am Sonntag nach dem Osterfest, da heißt es „Jäger halt jetzt brüten sie“.
Wenn es in den ersten milden Märznächten regnet gehen Erdkröten und Grasfrösche auf Wanderschaft zum nächsten Gewässer.

Bei den Rehen lösen sich jetzt die Wintersprünge auf, die Rehböcke besetzen ihre Territorien. Man kann während der Einstandskämpfe öfter ihr heiseres Bellen hören. Die sog. Brut- und Setzzeit steht bevor. Die Bachen bei den Wildschweinen haben ihren Nachwuchs bereits in einem gepolsterten Wurfkessel gesetzt. Früh setzen auch die Hasen, bekannt sind die kleinen Märzhasen. Wir haben nun eine besondere Verantwortung beim Bewegen in der Natur. Nur Hunde, die zuverlässig im Bereich der Wege bleiben dürfen vom 1. März bis 30. Juni unangeleint geführt werden.

Einzelne „dicke“ Hummeln, die man jetzt beobachten kann sind meist die Königinnen, die mit dem Futtersammeln beginnen und ein Nest für den Nachwuchs bauen. Die ersten Schmetterlinge die man sieht sind die gelben Zitronenfalter, die dank eines Frostschutzes im Blut überwintern und von den ersten Sonnenstrahlen aufgeweckt werden.
Schneeglöckchen und Märzenbecher blühen als erste und kündigen den Vorfrühling an, ebenso der Haselstrauch. Der Blaustern blüht, wo er vor dem Blattaustrieb der Bäume noch Licht bekommt, wie das Buschwindröschen, die „Anemone“. Wo die Erde noch feucht bleibt überzieht das gelbe Scharbockskraut den Waldboden, auch eine wichtige Nahrungsquelle für die ersten Insekten. Das sind auch die kuscheligen Weidenkätzchen, die wir alle kennen. Jetzt können wir auch den gesunden Bärlauch ernten. Noch vor den Blättern erscheinen die weißen Blüten des Schwarzdorns, der Schlehe, die die Büsche wie ein Schleier überziehen. Und sie sind sehr empfindlich gegen Wind und Regen, dann können wir im Herbst keine Schlehen ernten. Bekannt ist die Blüte der Narzissen in den Vogesen und im Hohen Venn, aber auch in unserer Nähe können wir sie sehen, im Ruwertal zwischen Zerf und Schillingen. Der Vollfrühling ist mit dem Blühbeginn der Apfelbäume erreicht.

Der Mai ist der Wonnemonat und er zeigt uns noch einmal, was der Frühling kann. Das Wetter wird milder, die Vögel singen und überall blüht es. Die Wiesen sind weiß von Margeriten oder gelb vom vielen blühenden Löwenzahn, Felder strahlen gelb vom blühenden Raps. Auch Maikäfer können wir wieder häufiger finden. Dann im Juni geht der Frühling in den Sommer über. Die Vögel sind ruhiger geworden, manche Arten brüten bereits zum zweiten Mal. Das erste Obst wird reif, es gibt Erdbeeren und auch schon Himbeeren und Johannisbeeren, die ihren Namen schließlich vom Johannistag am 24. Juni haben ebenso wie das jetzt gelb blühende Johanniskraut, eine wertvolle Heilpflanze. Jetzt blühen die Gräser und das Getreide, über den Wiesen
mit vielen weißen Doldengewächsen gaukeln Schmetterlinge, am Waldrand blüht weiß der Holunder. Und im hohen Gras verstecken sich Rehkitze. Sie werden spät gesetzt, da sie empfindlich sind und die Wärme der Sonne brauchen. Sie sind gefährdet durch die Mahd und frei laufende Hunde! Im Hochwald werden im Juni noch die Hirschkälber gesetzt. Und mit dem kalendarischen Sommerbeginn am 21. Juni ist der Sommer gekommen.
Elmar Bosch
Naturschutzwart im LV Saarwald-Verein e.V.
Bilder: Elmar Bosch
Sommer in der Natur
Der heimische Wildtier-Nachwuchs hat in Feld, Wald und Wiese schon im Frühjahr das Licht der Welt erblickt. Frischlinge, junge Feldhasen, Rehkitze sind bereits erstaunlich groß geworden. Die Elterntiere der Rehe haben gerade jetzt keine Zeit für Ihren Nachwuchs. Ihre Paarungszeit liegt in den Hundstagen, Ende Juli Anfang August, „…den Bock betört der Sonne Glut“ heißt es. Der Bock treibt die Geiß bis zum Eisprung, in Wiese und Feld entstehen dadurch die sogenannten Hexenringe in der Vegetation.
Hexenringe nennt man auch die kreisförmige Ausbreitung von Pilzen. Auch die Paarungszeit der Marder liegt im Sommer, nach einer Keimruhe kommt auch bei ihnen erst im Frühling der Nachwuchs zur Welt.
Im Sommer explodiert das Leben in Wiesen, Weiden und Hecken. Die Tage sind lang und alles wächst und blüht, eine Zeit des Überflusses, auch der Fortpflanzung. Insekten, also z.B. Schmetterlinge und Käfer entwickeln sich vom Ei, über die Larve, zur Puppe und dann zum fertigen Insekt, das Wunder der Metamorphose!
Heilpflanze des Jahres ist die Wegwarte. Wegen ihrer Blüten nennt man die Wegwarte auch „himmelblaue Sonnenbraut“. Wir finden sie jetzt bis in den Herbst überall an Weg- und sogar Straßenrändern.
Eine Besonderheit des Festes Mariä Himmelfahrt am 15. August stellt die Kräuterweihe dar. Man trägt die Sträuße aus Heil und Küchenkräutern, zu denen auch die Wegwarte gehört, bei uns den „Wisch“, in die Kirche, um ihn weihen zu lassen. Die Legende besagt, dass im Grabe der Gottesmutter statt des Leichnams von den Aposteln nur wohlriechende Kräuter gefunden wurden.
Eidechsen sonnen sich und werden in der Wärme so richtig aktiv. Die Umgebung ist ihnen dabei gleich, Schotter, Steinhaufen, Mauern, überall und schauen sie neugierig aus ihren Verstecken heraus.
Der Mais steht in der Milchreife, die Körner enthalten noch den weißen süßen Saft, ein Leckerbissen für die Wildschweine, sehr zum Leidwesen der Bauern. Heuer kann schon Ende August gehäckselt werden, die Ernte geht von September bis November. Zunächst wird der Silomais, dann der Körnermais geerntet.
Die Erntezeit es Getreides beginnt meistens Mitte Juni mit der ersten erntereifen Sorte, der Gerste und endet im späten August.
Die derzeitige Trockenheit und Hitze lassen die Gefahr von Waldbränden stark steigen. Schon ein weggeworfener Zigarettenstummel kann einen Brand auslösen, gefährlich sind auch die heißen Katalysatoren von auf trockenem Wald-oder Feldboden abgestellten Autos, offene Feuer sind sowieso verboten. Vom Land werden die Waldbrand Warnstufen, eingeteilt in Stufen von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr) veröffentlicht.
Wenn der Sommer sich neigt können wir als Naturfreunde uns auf den beginnenden Vogelzug freuen. Der Herbstzug beginnt im Juni und zieht sich bis in den November. Im September und Oktober ist er am intensivsten. Die Mauersegler sind bereits weg, Störche können wir jetzt bei uns sehen, sie sammeln sich und ziehen etwa Ende August.
Elmar Bosch
Hauptnaturschutzwart
LV Saarwald-Verein e.V./strong>
Tiere füttern im Winter
Die meisten Menschen sind tierlieb und wollen daher, im Herbst und Winter, immer öfter aber auch ganzjährig die gefiederten Freunde fütternd unterstützen indem sie Vogelfutter kaufen und ausbringen. Und das wird, egal ob Meisenknödel am Balkon oder Futtersilo im Garten, gerne von unseren heimischen Vögeln angenommen, die uns dafür ein buntes Bild um Haus und Garten bieten. Die Artenvielfalt in unserer heimischen Vogelwelt ist beeindruckend, wir sollten aber wissen, dass meist nur „Allerweltsarten“ zu Gast sind. Denn wer Vogelfutter kaufen will hat die Qual der Wahl, groß ist das Angebot an Vogelfutter und zahlreich die Anbieter, angefangen schon im heimischen Supermarkt. Wer füttern will sollte nicht am falschen Platz sparen und auf Bio-Qualität achten, alles, was Palmöl, Kokosfett oder Erdnüsse beinhaltet, ist aus ökologischen Gründen nicht empfehlenswert.
Mischungen mit einem hohen Getreideanteil sind billig aber für viele Vögel ungeeignet, Getreide ist viel zu hart, was man leicht selbst ausprobieren kann, es müsste es gequetscht sein und sieht dann ähnlich aus wie Haferflocken.
Viele Zutaten werden importiert, meist aus Osteuropa und können ein Mehrfaches der gesetzlich erlaubten Menge für Ambrosiasamen enthalten, dort ein häufiges Unkraut. Die schaden den Vögeln zwar nicht, aber der Umwelt und den Menschen, die Pollen sind hochallergen und ein Verbreitungsweg ist tatsächlich der über Vogelfutter.
Richtig und wichtig ist also zunächst, sich einen groben Überblick zu verschaffen, welche Vögel sich in Ihrer Umgebung aufhalten, bevor Sie dann das passende Vogelfutter aussuchen und kaufen. Sie sollten doch jedem Vogel auch das Futter anbieten, das ihm am besten schmeckt. Und wichtig ist darauf zu achten, dass die Vogelfütterung den Vögeln nicht schadet. Grundsätzlich ungeeignet sind alle gewürzten und gesalzenen Speisen (Speck, Salzkartoffeln). Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt. Gleichzeitig besteht die Gefahr des Verderbens! Nichts ist schlimmer oder tödlicher, als verdorbenes oder schimmeliges Futter, das kann evtl. sogar Ursache für Botulismus, eine tödliche Bakterieninfektion sein.
Wir unterscheiden Körnerfresser und Weichfresser, Kleinschnäbel und Großschnäbel.
Körnerfresser lieben Sonnenblumenkerne und andere grobe Körner, Weichfutterfresser Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst. Einige Vogelarten wie die Meisen, Spechte und Kleiber sind regelrechte Allesfressser, fressen sowohl weiches als auch Körnerfutter, also z.B. Sonnenblumenkerne Hanf und Mohn.
Weichfutterfresser suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Reine Weichfutterfresser sind Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star. Sie fressen tierische Kost oder nur sehr feine Sämereien. Ihnen ist mit grobem Körnerfutter nicht geholfen. Sie nehmen besonders gerne Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst wie reife Äpfel oder das in Zoofachgeschäften erhältliche Mischfutter an.
Auch Standort und Art der Fütterung sind wichtig, damit die Vogelfütterung artgerecht verläuft. Amseln oder Drosseln fressen am liebsten am Boden, man sieht sie ja auch oft in der Wiese oder auf dem Waldboden. Gerne fressen sie aus einer Futterschale am Boden (aber Vorsicht, s.u.). Meisen dagegen vergnügen sich gern mit hängendem Futter wie den bekannten Meisenknödeln und auch der Buntspecht geht gerne an Fettkugeln. Die meisten reinen Weichfutterfresser nehmen diese Talgmischungen aber bevorzugt zerbröselt vom Boden auf. Das Fett ersetzt dabei die tierische Kost. Solche Fett-Körner-Mischungen haben zudem den Vorteil, dass die Körner in einem Fettgemisch vor Nässe geschützt sind. Nichts falsch machen kann man mit Streufutter, Sonnenblumenkernen oder einer abwechslungsreichen Vogelfuttermischung für Finken Sperlinge und Ammern.

Buntspecht Foto: Benno Brossette
Rotkehlchen mit ihrem Insektenfresserschnabel ernähren sich von Insekten, Spinnen, Würmern, Schnecken, Larven und Käfern. Im Winter jedoch kommen sie an Futterstellen und fressen dort kleine Sämereien und Haferflocken. Es gibt natürlich auch schon Futter mit getrockneten Insekten und getrocknete Maden zu kaufen, um ihnen damit eine leckere Mahlzeit zu bieten und den Speiseplan so natürlich wie möglich zu gestalten.
Kaum ein Thema wird im Naturschutz jedoch so kontrovers diskutiert wie die (Winter-) Fütterung. Das Füttern soll verhindern, dass Vögel den Hungertod erleiden. Untersuchungen zeigen: Die Vogelfütterung in Städten und Dörfern kommt etwa 10 bis 15 Vogelarten zugute wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln und keine dieser Arten ist bis jetzt in ihrem Bestand gefährdet. Man könnte also streiten, ob die (Winter-)Fütterung zum Artenschutz beiträgt.
Auch sollte man die Gefahr für die Vögel an der Fütterung nicht unterschätzen. So sind die Katzen für die Vögel am Boden eine große Gefahr, sie wildern von Natur aus. Daher ist ein Futterhaus mit einer großen Fläche hochgesetzt und mit einer Blechmanschette gegen Katzen gesichert empfehlenswert. Das ausgelegte Futter ist durch ein Dach gegen Feuchtigkeit und Verderben geschützt. Ganz wichtig ist aber das regelmäßige Reinigen des Bodens.
Greifvögel gibt es nahezu überall, auch der Sperber jagt mitten in der Stadt. Ich habe selbst schon gesehen, wie ein Habicht eine Amsel und ein Sperber einen Sperling schlägt.
Habicht und Sperber jagen beide im unübersichtlichen Gelände vom Ansitz aus, das kann durchaus ein Baum in der Nähe einer Fütterung sein, von wo sie blitzschnell und unerwartet herabstoßen. Am Besten kann man die beiden Pirschfluggreifer an ihrem langen geraden Stoß erkennen. Vorsicht also, wenn ein passender Baum in der Nähe einer Fütterung stehen sollte. Insofern ist auch eine Fütterung in der freien Natur nicht zu empfehlen, da die Vögel unvorsichtig werden können und ihre Deckung in den Hecken verlassen.
Durch die Veränderung der Lebensräume und das immer knapper werdende, natürliche Nahrungsangebot an Insekten leiden heute schon Insektenfresser große Not und werden seltener. Somit sollten sie nicht nur in der kalten Jahreszeit, sondern ruhig ganzjährig gefüttert werden, damit sie rundum gut versorgt sind und viele vitale Jungtiere aufziehen können. Es gibt dafür auch schon richtiges 4-Jahreszeiten-Futter.

Was können Sie einem Igel Gutes tun, wenn der Herbst vor der Tür steht? Er benötigt Hecken und Laub für einen sicheren Winterschlaf, Sie können Reisig, Stöcke und Laub in Ihrem Garten aufstapeln denn Igel lieben diese Gestrüpp-Haufen, sie liegen dort warm und sicher wie auch in niedrigem Buschwerk oder Hecken. Solche Plätze findet man in unseren Gärten aber nur noch selten. Alternativ gibt es dann passende „Igelhäuser“ zu kaufen, zum Beispiel im Baumarkt. Sie sollten den Boden des Häuschens mit Laub und Stroh füllen, damit die Igel es bequem haben. Eine Holzkiste mit einem ausreichend großen Eingangsloch wäre sogar schon vollkommen ausreichend, der Igel muss sich nur sicher fühlen, geschützt sein und ungestört schlafen können. Igelfutter gibt es auch zu kaufen und, wichtig, Ungezieferpuder, denn die kleinen Stacheltiere tragen oft ungebetene Gäste mit sich herum, die sie schwächen und Krankheiten übertragen können. Geben Sie Igel nur Wasser zu trinken, von Milch werden Igel krank! Notfalls hilft die Wildtierauffangstation, hier kümmern sich speziell ausgebildete Fachkräfte um die Tiere.
Elmar Bosch
Hauptnaturschutzwart
LV Saarwald-Verein e.V.

